Es dauerte dann doch alles etwas länger in Brüssel, die Pressekonferenz zum Abschluss des EU-Sondergipfels wurde mehrfach verschoben. Dann trat Bundeskanzlerin Angela Merkel doch noch vor die Presse, um die Ergebnisse der Beratungen zu verkünden: Demnach hat die Europäische Union wegen der Krim-Krise erste Strafmaßnahmen gegen Russland verhängt. Die Verhandlungen über Visa-Erleichterungen sowie über das neue Grundlagenabkommen werden ausgesetzt. Wenn sich Russland nicht in den kommenden Tagen auf eine Kontaktgruppe einlasse, könnten außerdem Verantwortliche in Moskau mit Einreiseverboten und Kontensperrungen belegt werden, sagte Merkel. Auch wenn die Regierung in Moskau weiter destabilisierende Maßnahmen wie militärische Aktionen auf der ukrainischen Halbinsel Krim unternehme, werde es zu einer weitreichenden Veränderung der Beziehungen zu Russland kommen. Das könne wirtschaftliche Konsequenzen bedeuten, sagte Merkel und betonte: "Wir wünschen uns das nicht."